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Lymphöden: Zeichen am Fuß

Pressemitteilung   •  Dez 23, 2016 10:17 CET

Das Tragen von Kompressionsstrümpfen gehört für viele Betroffene zum Alltag. Bild: tibanna79 | fotolia

An ihr Lymphsystem denken viele Menschen nur selten. Dabei spielt es eine wichtige Rolle in der Immunabwehr. Seine Aufgabe besteht darin, Keime, fremde Partikel sowie krankhaft veränderte Zellen auszuscheiden. Jedoch kann sich gerade in den Extremitäten Flüssigkeit stauen. Dann droht ein Lymphödem.

Neben dem Blutkreislauf ist das Lymphsystem unser wichtigstes Leitsystem. Es stellt jedoch keinen geschlossenen Kreislauf dar. Vielmehr bildet es ein Netzwerk aus lymphatischen Organen wie etwa Milz und Mandeln sowie aus Lymphgefäßen. Diese verlaufen entlang von Blutgefäßen und ziehen sich durch unseren ganzen Körper. Jeden Tag treten Teile des Blutes durch die dünnen Wände der feinsten Blutgefäße, den Kapillaren, in das angrenzende Gewebe aus. Davon wird wiederum ein Teil als sogenannte Lymphflüssigkeit durch die Lymphgefäße geleitet. Diese führt weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) mit sich, die wichtig für die Immunabwehr sind. Zudem versorgt die Lymphflüssigkeit unser Gewebe mit Nährstoffen und nimmt Abfälle zum Abtransport auf. Die im ganzen Körper verteilten Lymphknoten stellen Filterstationen dar. In ihnen werden Krankheitserreger wie Bakterien und Fremdstoffe aus der Lymphe gefiltert und entsorgt. So gereinigt gelangt die Lymphflüssigkeit anschließend wieder in den Blutkreislauf zurück. Gerät das System aus dem Gleichgewicht und kann die Flüssigkeit nicht ordentlich abfließen, kommt es zum Rückstau und so mitunter zum Lymphödem.

Verschiedene Arten

Oftmals sind die Extremitäten von solch einem Ödem betroffen. Des Weiteren tritt es häufig im Gesicht, am Hals oder am Rumpf auf. Die Wissenschaft unterscheidet bei der Erkrankung zwischen zwei Arten: Beim primären Lymphödem liegt eine angeborene Fehlbildung des Lymphsystems vor. Sekundäre Lymphödeme wiederum entstehen aufgrund einer im Laufe des Lebens erworbenen Schädigung des Lymphsystems. Die Chancen auf eine vollständige Heilung sind gering.

Was der Fuß verrät

Das primäre, angeborene Lymphödem am Fuß dehnt sich normalerweise aufsteigend von den Zehen zum Fußrücken aus. Von hier verläuft es über den Knöchel bis hin zu Unter- und Oberschenkel. Typisch für diese Erkrankung sind die „Kastenzehen“: An den Zehen der Betroffenen finden sich weiche, quadratische Schwellungen mit tiefen Querfalten. Das sogenannte Stemmer-Zeichen hilft dem Arzt bei der Diagnose: Wenn die Hautfalte über der zweiten und dritten Zehe nicht anhebbar ist, ist das Stemmer’sche Zeichen positiv, also ein Lymphödem vorhanden. Allerdings schließt ein negatives Zeichen ein Lymphödem nicht zwingend aus. Das sekundäre, erworbene Lymphödem am Fuß wiederum breitet sich von der Leistenregion zu diesem aus. Zehen und Vorfuß bleiben hier in den meisten Fällen verschont. Das Stemmer’sche Zeichen lässt sich oftmals erst spät anwenden. Als Ursachen eines erworbenen Lymphödems kommen zum Beispiel Diabetes mellitus, Tumoren oder die Einnahme bestimmter Medikamente infrage. Die sekundäre Form des Lymphödems tritt übrigens häufiger auf als die primäre. Unbehandelt kann ein Lymphödem zu Bewegungseinschränkungen, zu Entzündungen, erhöhter Infektanfälligkeit sowie Taubheitsgefühlen in den betroffenen Regionen führen. Es drohen Folgeerkrankungen. Auch sind psychische Folgen wie Depressionen und Ängste nicht zu unterschätzen. Im fortgeschrittenen Stadium eines Lymphödems kommt es außerdem zu einer Verhärtung des Bindegewebes (Fibrosklerose).

Über die Behandlung:

  • Zunächst klärt ein Arzt ab, ob ein Lymphödem vorliegt.
  • Obwohl die Chancen auf vollständige Heilung gering sind, ist es wichtig, so früh wie möglich mit der Therapie zu beginnen. So soll ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden.
  • Patienten bekommen häufig die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) verordnet. Diese beinhaltet beispielsweise die manuelle Lymphdrainage. Die Massageart soll den Abfluss der Lymphe anregen.
  • Betroffene Gliedmaßen werden oftmals mit Kompressionsstrümpfen oder -verbänden versorgt, um die Flüssigkeit zu verschieben und den Abfluss zu ermöglichen.
  • Auch gezielte Gymnastikübungen oder Sportarten wie Schwimmen und Nordic Walking können bei der Therapie unterstützend wirken.
  • Da die Haut an den betroffenen Stellen mitunter stark strapaziert ist und zu Entzündungen neigt, ist für viele Patienten Hautpflege wichtig.

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