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Psoriasis-Arthritis: Durch Haut und Bein

Pressemitteilung   •   Mai 07, 2018 13:14 CEST

Oftmals liegen mehrere Jahre zwischen dem Auftreten einer Psoriasis (Schuppenflechte) und dem Hinzukommen der Psoriasis-Arthritis. Bild: Orlando Bellini | fotolia

Schuppenflechte (Psoriasis) betrifft nicht zwingend nur die Haut. Die Erkrankung kann auch die Gelenke befallen. Dann wird die Krankheit Psoriasis-Arthritis genannt. Für Patienten ist sie meist mit großen Schmerzen verbunden. Die Finger- und Zehengelenke sind besonders gefährdet.

Wird Psoriasis vererbt, so leiden in etwa 50 Prozent der Betroffenen vor ihrem 25. Lebensjahr unter Symptomen. Ansonsten tritt die Schuppenflechte oftmals erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Die Auslöser dafür sind vielfältig: Kinderkrankheiten (bei Vererbung), physikalische, chemische oder entzündliche Reizungen der Haut und heftiges Kratzen (Köbner-Phänomen) sowie endogene Faktoren wie Autoimmunerkrankungen (Aids) Medikamente oder Schwangerschaft. Bei etwa fünf bis 15 Prozent der Betroffenen entwickelt sich zusätzlich eine Psoriasis- Arthritis (Gelenkentzündung). Der Zeitraum zwischen einer Schuppenflechte und dem Auftreten der Psoriasis-Arthritis kann bis zu zehn Jahre betragen. Meist tritt eine Gelenkbeteiligung erst um das 50. Lebensjahr herum auf. Die Medizin unterscheidet drei Krankheitsformen:

Peripherer asymmetrischer Typ

Der Großteil der Psoriasis-Arthritiker leidet unter einer asymmetrischen, schmerzhaften Schwellung und Bewegungshemmung der Finger- und Zehengelenke. Oftmals werden die auftretenden Symptome mit Gicht verwechselt. Männer und Frauen sind von dieser Form gleichermaßen betroffen.

Peripherer symmetrischer Typ

Bei diesem Typ treten Symptome an den größeren Gelenken auf, beispielsweise am Schlüsselbein oder am Sprunggelenk – und das beidseitig. Bei besagter Form sowie bei der peripheren asymmetrischen Form können zudem die Augen mitbetroffen sein und unter Entzündungen leiden.

Axialer Typ

Der axiale Typ manifestiert sich durch Entzündungen am Achsenskelett, also an Schädel, Wirbelsäule und Brustkorb, mit Befall der Kreuzdarmbeingelenke (Lendenbereich). Mitunter führt dies zu Gelenkversteifungen. Oft wird diese Krankheitsform mit einem Morbus Bechterew verwechselt.

Symptome und Verlauf

Typisch sind rheumatische Schmerzen an den Gelenken, vor allem nachts. Die Krankheit tritt in Schüben auf. Zu den gängigen Entzündungszeichen zählen Schmerzen, Rötungen, Überwärmung sowie Ergüsse in den End- und Mittelgelenken mit Bewegungseinschränkungen in den Zehen und Fingern. Beim häufig auftretenden Strahlbefall sind alle kleinen Gelenke der Zehen und Finger von Entzündungen betroffen. Außerdem kommt es meistens zu entzündlichen Veränderungen in den Sehnenscheiden, Sehnenansätzen und Schleimbeuteln. Dies führt zu erheblichen Beeinträchtigungen und Kontrakturen (Verkürzung von Gewebe). Aufgrund von massiven Weichteilschwellungen kommt es zu typischen „Wurstzehen“ oder „Wurstfingern“ sowie zu Druck- und Berührungsempfindlichkeit. Anfangs tritt in den Gelenken nur temporär Morgensteifigkeit auf, später kann diese über Stunden anhalten. Im Endzustand einer Psoriasis-Arthritis kann es zur krankhaften Veränderung der Gelenkanteile kommen, wie etwa einer Verrenkung in den Zehen- oder Fingergelenken.

Diagnose

Eine Früherkennung der Psoriasis-Arthritis ist äußerst wichtig. Aufschluss kann nur ein Besuch beim Arzt geben. Dieser wird die familiäre Krankheitsgeschichte in Bezug auf Rheuma und Psoriasis abfragen. Zudem werden die Gelenke auf Schwellungen und Beweglichkeitseinschränkungen untersucht. Auch werden häufig Laboruntersuchungen miteinbezogen, da ein erhöhtes C-reaktives Protein (CRP) oder eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) Anzeichen für die Erkrankung sein können. Zudem können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Magnetresonanztomografie (MRT) und Röntgenbilder zur Erkennung der Gelenkveränderungen beitragen.

Medikamentöse Therapie

Gelenkentzündungen erfordern in der akuten Phase eine medikamentöse Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (ohne Kortison) mit schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkung. Eine Gruppe von Mitteln, sogenannte pharmakologisch hergestellte Eiweißmoleküle (Biologika), blockiert vermehrt auftretende Botenstoffe im Blut, die durch entzündliche Prozesse entstehen. Diese Mittel kommen zum Einsatz, wenn die Basistherapie nicht erfolgreich ist.

Weitere Behandlungen:

Neben der medikamentösen Therapie empfiehlt sich der Einsatz von Physio- und Ergotherapie. Gezielte Übungen helfen, Gelenkfunktionen zu verbessern sowie drohende Gelenkversteifungen und Muskelatrophien zu vermindern.

Orthopädieschuhtechnisch können Patienten zur Verbesserung des Abrollvorganges beim Laufen Schuhzurichtungen am Konfektionsschuh, zum Beispiel Zehen-, Ballen- oder Winkelrollen sowie Puffer-, Keil- oder Schleppenabsätze verordnet bekommen.

Atemtherapie hilft bei entzündlichen Beschwerden im Bereich zwischen den Rippen und Wirbeln. Bei Muskelverspannungen sind Massagen ratsam.

Schlussendlich kommen auch operative Eingriffe in Betracht. Im Frühstadium entfernt der Arzt teilweise die sich immer wieder entzündende Innenschicht der Gelenkkapsel. Ist die Entzündung fortgeschritten, kann es von chirurgischen Korrekturen der Fehlstellungen bis hin zu einem kompletten Gelenkersatz kommen.

Hautpflege bei Psoriasis

Eine reichhaltige Pflege der Haut mindert das trockene, schuppige Gefühl. Dafür braucht es Substanzen, die Wassermoleküle an sich binden können, da sonst die Befeuchtung der Haut nur sehr kurzfristig ist. Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe sind beispielsweise Glycerin, Harnstoff und Hyaluronsäure (zum Beispiel in GEHWOL FUSSKRAFT Soft Feet Creme). Ebenfalls hilfreich sind Schutzcremes für empfindliche Haut, da ihre Inhaltsstoffe den Juckreiz lindern und regulierend auf die Hautflora wirken, was Entzündungen vorbeugt (etwa GEHWOL med Sensitive mit nanofreiem MicroSilver BG™).

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