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Internationale Marktorientierung bedeutet, auch bei der Produktformulierung kulturelle Bedürfnisse zu berücksichtigen. Bild: Khalid / stock.adobe.com

Pressemitteilung

Halal-Zertifizierung von GEHWOL-Produkten: Globale Märkte fordern Produkte im Einklang mit dem kulturellen Umfeld

Halal bedeutet „erlaubt“ oder „zulässig“. Es beschreibt damit alle Dinge und Handlungen, die nach dem islamischen Recht zulässig sind. Das betrifft nicht nur Nahrungsmittel, sondern zum Beispiel auch Kosmetik. Halal-Kosmetik entspricht somit den islamischen Reinheits- und Ernährungsvorschriften. Pflegeprodukte müssen frei von verbotenen (haram) Stoffen wie tierischen Fetten, Alkohol und Gelatine sein. Wie ohnehin üblich bei GEHWOL wird die Herstellung unter strengen hygienischen sowie ethischen Bedingungen gefordert. Als international agierendes Unternehmen, das in sein Produktsortiment die unterschiedlichen kulturellen Bedürfnisse der Menschen in Deutschland und weltweit bei der Auswahl kosmetischer Produkte einbezieht, hat die Eduard Gerlach GmbH die Halal-Zertifizierung von GEHWOL-Produkten beantragt. „Wir haben nun die Anerkennung bekommen, zunächst für den indonesischen Markt“, freut sich Dr. Andre Klemme, Regulatory Affairs Manager bei Gerlach. Das anspruchsvolle Zertifizierungsverfahren berücksichtigt die gesamte Herstellungskette – von der Auswahl und Bewertung der Rohstoffe über Verpackungen bis hin zu klar definierten Prozessen in Lagerung, Produktion und Qualitätssicherung. „Die Entscheidung für diesen Weg ist Ausdruck eines tief verankerten Werteverständnisses: Verantwortung zu übernehmen und auf regionale Bedürfnisse einzugehen. Denn überall auf der Welt sind es Menschen, die ihren Füßen etwas Gutes tun wollen“, resümiert Klemme.

Mit der schrittweisen Durchsetzung verpflichtender Halal‑Regelungen hat sich der regulatorische Rahmen in wichtigen internationalen Märkten verändert. Besonders Indonesien, das bevölkerungsreichste muslimisch geprägte Land der Welt, gilt dabei als Vorreiter: Dort wird die Halal‑Konformität von Konsumgütern staatlich überwacht und durch eine zentrale Behörde geregelt. Im Rahmen der seit 2019 schrittweise eingeführten gesetzlichen Vorgaben wird die Halal‑Zertifizierung bis spätestens 2026 für zahlreiche Produktkategorien verpflichtend. Produkte ohne entsprechende Konformität können weiterhin vertrieben werden, müssen jedoch ausdrücklich als „nicht halal“ gekennzeichnet werden. Für international agierende Marken entsteht daraus ein klarer Handlungsauftrag.

Konformität entlang der gesamten Herstellungskette

Übertragen auf Kosmetikprodukte umfasst „halal“ weit mehr als die bloße Betrachtung einzelner Inhaltsstoffe. Entscheidend ist die durchgängige Konformität der gesamten Herstellungskette – von der Herkunft der Rohstoffe über deren Verarbeitung bis hin zu Verpackung, Lagerung und Produktion. Das Gegenstück dazu ist Haram, also alles, was aus religiöser Sicht unzulässig ist, etwa bestimmte tierische Bestandteile, Blut oder Stoffe mit unklarer Herkunft. Auch potenzielle Kreuzkontaminationen spielen hierbei eine Rolle.

Vor diesem Hintergrund hat GEHWOL 37 Einzelprodukte (etwa GEHWOL FUSSKRAFT Repair Creme, GEHWOL FUSSKRAFT Intensiv Creme oder GEHWOL MED Lipidro Creme) einem umfassenden Zertifizierungsverfahren unterzogen. Jede Rezeptur wurde einzeln geprüft, die eingesetzten Rohstoffe nach ihrem Risikoprofil bewertet und bei Bedarf durch Halal‑Zertifikate oder offizielle Herstellererklärungen abgesichert. Die Komplexität zeigt sich Beispiel von Glycerin, einem Wirkstoff zur Verbesserung der Feuchthaltekapazität der Haut. Dieser kann sowohl aus tierischer als auch aus pflanzlicher Herkunft stammen. „Würde Glycerin von Tieren gewonnen werden, wäre es nur zulässig, wenn das Tier halal-konform geschlachtet wurde und nicht von einem Tier kommt, das haram ist (z. B. Schwein). Stammt das verwendete Glycerin – wie standardmäßig bei GEHWOL-Produkten – aus pflanzlicher Herstellung, schätzen die Gutachter es als unbedenklich ein. Der Herkunftsnachweis muss dennoch erbracht werden“, so der Projektverantwortliche Klemme. Weniger kritische Inhaltsstoffe lassen sich über belastbare Statements einordnen.

Anforderungen bis ins kleinste Detail

„Die Konformitätserklärungen und Herkunftsnachweise werden von einer offiziell anerkannten Halal-Zertifizierungsstelle penibel geprüft. Die Begutachtung reicht bis ins kleinste Detail“, erklärt Klemme. Die Prüfung schließt neben Inhaltsstoffen zum Beispiel auch Reinigungsmittel für die Herstellungsanlagen oder Schmierstoffe ein, die theoretisch in Kontakt mit dem Produkt kommen könnten. Gleiches gilt für sämtliche Verpackungsmaterialien. Separate Lagerkonzepte, klar definierte Wiege‑ und Produktionsabläufe sowie angepasste Standardarbeitsanweisungen stellen sicher, dass Halal‑ und Nicht‑Halal‑Materialien jederzeit eindeutig getrennt bleiben. Regelmäßige interne Audits – integriert in das bestehende Qualitätsmanagement – sowie Mitarbeiterschulungen unterstützen die nachhaltige Umsetzung und bilden die Grundlage für externe Prüfungen.

„Das Audit umfasst ferner die Begehung der Produktionsanlagen. Trotz moderner, qualitätsgesicherter Herstellung nach pharmazeutischen Standards und natürlicher oder möglichst naturnaher Rezepturen, wodurch viele Inhaltsstoffe per se halal-konform sind, war die Zertifizierung ein komplexer und aufwändiger Prozess“, resümiert Klemme rückblickend. Bei Gerlach habe man etwa 7 Monate daran gearbeitet. Angesichts der internationalen, kulturübergreifenden Ausrichtung des Unternehmens und der damit verbundenen Produktanforderungen sei dieser Schritt jedoch von großer Bedeutung. Die abschließende Anerkennung erfolgt im letzten Schritt durch die indonesische Halal‑Behörde. Damit die Halal-Konformität auch langfristig bestehen bleiben kann, folgt nun eine jährliche Revision.

Ausdruck von Offenheit, Respekt und Verantwortung

Mit der erteilten Halal‑Zertifizierung reagiert Gerlach gezielt auf die Anforderungen internationaler Märkte und schafft frühzeitig Transparenz sowie Sicherheit für Anwender und Handelspartner. Für das Traditionsunternehmen ist dieser Schritt jedoch mehr als eine formale Marktanpassung, er ist auch Ausdruck einer Haltung. „GEHWOL entwickelt Produkte nicht losgelöst vom kulturellen und gesellschaftlichen Umfeld, sondern im kontinuierlichen Dialog mit unseren Partnern in den jeweiligen Märkten sowie deren Anwendern“, erläutert der Regulatory Affairs Manager abschließend. „Offenheit, Respekt und Verantwortung stellen dabei konkrete Leitplanken unseres unternehmerischen Handelns dar.“

Übersicht: Halal-Produkte

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Die Eduard Gerlach GmbH ist mit ihrem GEHWOL Markenkosmos einer der beliebtesten Komplettanbieter für Fußpflege-Präparate und -Technik sowie Marktführer im Fußpflegefachhandel. Basierend auf eigener Forschung und Entwicklung umfasst das Vollsortiment Kosmetika, Medizinprodukte und Arzneimittel zur Fußpflege und Fußgesundheit mit unterschiedlichen Darreichungsformen, Galeniken und Wirkstoffformulierungen sowie für unterschiedliche Hauttypen und Hautprobleme. Die Präparate sind ausschließlich in Fußpflege- und Podologiepraxen, Kosmetikinstituten sowie Apotheken erhältlich.

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