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Die frühzeitige Prävention des Diabetischen Fußsyndroms (DFS) bleibt eine der größten Herausforderungen in der Versorgung von
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Pressemitteilung -

GEHWOL Diabetes-Report 2025-2026: Diabetischer Fuß - Prävention gelingt nur gemeinsam

Die frühzeitige Prävention des Diabetischen Fußsyndroms (DFS) bleibt eine der größten Herausforderungen in der Versorgung von Menschen mit Diabetes. Der neue GEHWOL Diabetes Report zeigt: Bei deutlich mehr Patienten als in früheren Befragungswellen sind die Risiken bekannt, sogar Fachwissen ist vorhanden – doch an Schnittstellen gehen wichtige Potenziale verloren. Erstmals wurden für den Report nicht nur Menschen mit Diabetes sowie niedergelassene Ärztinnen und Ärzte befragt, sondern auch Podologinnen und Podologen als zentrale Präventionspartner einbezogen. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Prävention gelingt dort am besten, wo Fachkreise abgestimmt handeln, Patienten verständlich begleiten und strukturelle Rahmenbedingungen Zusammenarbeit ermöglichen.

Das Bewusstsein für Risiken rund um den diabetischen Fuß entsteht bei Patienten in erster Linie durch die Fachkreise. Ärzte, Podologen und Diabetesberater sind damit nicht nur Behandler, sondern zentrale Wegweiser im Alltag der Betroffenen. Patienten selbst sehen gezielte Aufklärung als entscheidenden Auslöser dafür, Präventionsmaßnahmen überhaupt umzusetzen. Gleichzeitig macht der Report deutlich: Prävention funktioniert nur dann nachhaltig, wenn Beratung, Schulung und Anleitung konzertiert erfolgen. Isolierte Maßnahmen einzelner Berufsgruppen greifen zu kurz – gefragt ist eine gemeinsame Sprache, die Patienten erreicht und Orientierung gibt. Dass Kommunikation dabei ein Schlüssel ist, zeigt auch die Ärztesicht: 70 % nennen ein gutes Vertrauensverhältnis als wichtigsten Faktor, um Patienten zu konsequenter Fußpflege zu motivieren. 65 % betonen die Bedeutung verständlicher Kommunikation, und 58 % sehen Zielvereinbarungen als zentralen Hebel, um Prävention alltagstauglich zu machen.

Strukturelle Hürden bremsen Prävention im Versorgungsalltag

Sowohl Ärzte als auch Podologen erleben Prävention nicht als reines Wissensproblem, sondern als strukturelle Herausforderung. Hohe Arbeitsbelastung, bürokratische Vorgaben und begrenzte Ressourcen erschweren es, Prävention konsequent in den Alltag zu integrieren. Zwar arbeiten viele Praxen bereits in Netzwerken, um Risikopatienten besser abzusichern, doch diese Strukturen sind nicht flächendeckend etabliert. Disease-Management-Programme und zertifizierte Fußnetze wirken dort, wo sie gelebt werden – bleiben jedoch häufig punktuell. Gerade Podologen berichten von einem System unter Druck: 90 % sind aktuell nicht in einem Fußnetz aktiv, vor allem weil der bürokratische und dokumentarische Aufwand als zu hoch empfunden wird (33 %). Gleichzeitig signalisiert mehr als ein Drittel prinzipielle Offenheit, wenn Rahmenbedingungen und Entlastung stimmen würden. Der Report zeigt damit klar: Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist gewünscht – doch sie braucht tragfähige Strukturen, ökonomische Anreize und weniger administrative Hürden, um Prävention langfristig zu verankern.


Podologie ist zentral – aber noch nicht ausreichend genutzt

Ein besonders deutliches Ergebnis betrifft die Rolle der Podologie: Sie wird von Ärzten wie Podologen als elementarer Baustein der DFS-Prävention bewertet – bleibt aber in der Versorgungspraxis bislang untergenutzt. So betonen 87 % der Ärzte den präventiven Nutzen podologischer Leistungen. Noch weiter geht der Blick in die Zukunft: 92 % plädieren für eine Ausweitung heilkundlicher Kompetenzen, etwa im Wundmanagement bei entsprechender Qualifikation. Trotz dieser klaren fachlichen Zustimmung erhalten aktuell nur rund 37 % der Patienten tatsächlich podologische Versorgung – häufig nur teilweise von der Krankenkasse erstattet. Die Patientensicht macht das Präventionspotenzial sichtbar: 60 % würden podologische Leistungen häufiger nutzen, wenn die Kosten vollständig übernommen würden. Hier zeigt sich ein entscheidender Ansatzpunkt für frühzeitige, niedrigschwellige Prävention – noch bevor ein Rezeptanspruch besteht. Hier kommt es auf die Bereitschaft der Ärzte an, Patienten auch ohne Heilmittelverordnung die Möglichkeiten einer professionellen fußpflegerischen und ebenso orthopädieschuhtechnischen Begleitung aufzuzeigen.


Patienten brauchen Motivation – und spürbare Erfolge im Alltag

Die Patientenperspektive zeichnet auf den ersten Blick ein positives Bild: Die große Mehrheit nimmt Fußgesundheit ernst. 86 % halten Fußpflege für wichtig oder sehr wichtig, und 77 % pflegen ihre Füße regelmäßig. Doch unter der Oberfläche bleibt Prävention fragil. Besonders ältere Menschen schätzen ihr Risiko häufig falsch ein und verpassen empfohlene Vorsorgeintervalle. Prävention scheitert dabei selten an fehlender Information – sondern an Motivation, Alltagsroutinen und dem fehlenden unmittelbaren „Belohnungseffekt“. Der Report zeigt: Patienten wünschen sich professionelle Führung und Begleitung. Sichtbare Pflegeerfolge („besseres Hautgefühl“, weniger Druckstellen) wirken am stärksten, um langfristige Routinen aufzubauen. Auch hier spielt Kommunikation eine zentrale Rolle: 31 % der Patienten nennen motivierende Hinweise durch ärztliches oder podologisches Fachpersonal als entscheidenden Impuls, um Pflege konsequenter umzusetzen. Eigenverantwortung entsteht dort, wo Fachkreise verständlich begleiten, Fortschritte sichtbar machen und realistische Ziele formulieren.


Fazit: Prävention gelingt nur gemeinsam

Die drei Perspektiven des Reports führen zu einem gemeinsamen Ergebnis: Prävention ist im Bewusstsein angekommen – doch ihr Potenzial wird noch nicht ausgeschöpft. Ein erweitertes Leistungs- und Erstattungsspektrum für Podologen, strukturelle Entlastung der Leistungserbringer sowie konsequentes Empowerment der Patienten gelten als zentrale Handlungsfelder. Der GEHWOL Diabetes Report 2025-2026 versteht sich damit nicht nur als Bestandsaufnahme, sondern als Impulsgeber für eine Versorgung, die Amputationen vermeidbar macht und Lebensqualität langfristig sichert.

Fact Sheet Diabetes-Report

Der GEHWOL Diabetes Report wird seit 2009 von der Eduard Gerlach GmbH (GEHWOL) herausgegeben und liefert regelmäßig eine fundierte Bestandsaufnahme zur Prävention des Diabetischen Fußsyndroms (DFS). Seit 2023 entsteht der Report in Kooperation mit Statista Research. In der Ausgabe 2025 wurden erstmals auch Podologinnen und Podologen systematisch einbezogen – neben Ärzten und Patienten.

Methodik:

  • Ärzte-Befragung: n = 120 (Online)
  • Podologen-Befragung: n = 30 (Telefoninterviews)
  • Patienten-Befragung: n = 500 Menschen mit Diabetes (Online)
  • Durchführung: Statista Research (Juni/Juli 2025)

Der Report erscheint als kostenfreies Whitepaper und ist erhältlich unter:

https://www.gehwol.de/Aktuelles/GEHWOL-Diabetes-Report-2025

Neben dem Whitepaper finden Interessierte auf der Website auch einen Hinweis auf das bekannte Podcast-Format für Diabetiker „Zuckerjunkies“. In der betreffenden Ausgabe sprechen Gastgeber Sascha Schworm und Podologe Eskild Sörensen darüber, wie Prävention im Alltag betroffener Menschen gelingen kann.

Abdruck honorarfrei / Beleg erbeten

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Die Eduard Gerlach GmbH ist mit ihrem GEHWOL Markenkosmos einer der beliebtesten Komplettanbieter für Fußpflege-Präparate und -Technik sowie Marktführer im Fußpflegefachhandel. Basierend auf eigener Forschung und Entwicklung umfasst das Vollsortiment Kosmetika, Medizinprodukte und Arzneimittel zur Fußpflege und Fußgesundheit mit unterschiedlichen Darreichungsformen, Galeniken und Wirkstoffformulierungen sowie für unterschiedliche Hauttypen und Hautprobleme. Die Präparate sind ausschließlich in Fußpflege- und Podologiepraxen, Kosmetikinstituten sowie Apotheken erhältlich.

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