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Fußform: Mit sechs steht sie fest

Pressemitteilung   •   Okt 31, 2013 17:13 CET

Normale Fußform nur bis wir laufen lernen. Bild: Manuel Tennert | fotolia

Kinderfüße haben schon manche Eltern zum Hingucken bewegt. Denn häufig sind diese etwas platt und gedrungen. Doch dies wächst sich aus. So schnell, dass mit sechs Jahren die Form der Füße eines Kindes fast vollständig feststeht, wie eine Langzeitstudie der Universität Münster ergab.

Fußdeformationen bei Kindern sind eher selten, da fast alle Neugeborenen mit gesunden Füßen auf die Welt kommen. Hin und wieder kommt es aber vor, dass beispielsweise durch eine angeborene Bindegewebs- und Muskelschwäche oder andere erbliche Faktoren Fehlstellungen vorhanden sind. Diese werden nicht selten erst bei den beginnenden Gehversuchen der Betroffenen entdeckt. Im Laufe der weiteren Entwicklung können darüber hinaus Ursachen wie Übergewicht oder falsches Schuhwerk zu Fehlstellungen führen. Das dauerhafte Tragen von zu engen, zu kurzen, zu spitzen oder zu weiten Schuhen führt zu permanentem Druck auf die Zehen. Die Quer- und Längswölbung werden beeinträchtigt und es kann zu Deformationen kommen.

Zu den häufigsten Fehlstellungen an Kinderfüßen gehört der Knick-Senkfuß, auch häufig als Plattfuß bezeichnet. Die Ferse knickt zur Fußaußenseite weg, und das Längsgewölbe des Fußes senkt sich ab. Starke Schmerzen spüren die Betroffenen im Regelfall nicht. Die Folgen wirken sich meist erst im Erwachsenenalter aus, zum Beispiel durch Knie- und Rückenschmerzen, eine geschwächte Fußmuskulatur, auch Kopfschmerzen oder gar Kiefergelenksprobleme. Die Früherkennung und Vermeidung möglicher Fehlstellungen gelten als primäre Prävention von Gefäßschäden und auch Bewegungsverlust im Alter.

Frage des Timings

Beruhigend für Eltern ist: Fehlstellungen wachsen sich in den meisten Fällen wieder aus. Und das geht schneller als gemeinhin angenommen. Schon ab einem Jahr, wenn Kinder die ersten Gehversuche unternehmen, verändert sich die Fußform. Mehr und mehr nimmt sie die normale, schlanke Form an. Allerdings bleiben bei einigen Kindern die Deformationen bestehen. Um rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können, ist es aber wichtig zu wissen, wann Kinderfüße als ausgewachsen gelten beziehungsweise die Form des Fußes definitiv feststeht.

An der Universität Münster wurde dies untersucht. In einer Langzeitstudie beobachte Prof. Dieter Rosenbaum vom Institut für Experimentelle Muskoloskeletale Medizin die individuelle Entwicklung der Füße von 100 Kindern. An jeweils 17 Terminen im Zeitrahmen vom ersten freien Gehen bis zum zehnten Lebensjahr maß das Team von der Uni Münster die Druckverteilung beim Gehen an der Fußsohle. Die Kinder gingen dabei über Platten, die mithilfe von Sensoren die Verteilung des Druckes registrierten. Auf diese Weise erstellten die Forscher persönliche Gangbilder. Der Vergleich der jeweiligen Gangbilder lässt Aussagen über die individuellen Verläufe des Fußwachstums zu.

60 Monate

Nach Auswertung der Ergebnisse von etwa der Hälfte der Teilnehmer standen für Prof. Rosenbaum bereits entscheidende Aussagen fest. So ist die Form eines Kinderfußes nach 60 Monaten zu 90 Prozent determiniert. Form- und Funktionsveränderungen sind dann also nahezu abgeschlossen. Bis zum dritten und vierten Jahr entwickeln sich die Füße stark unterschiedlich. Die Abweichungen nehmen danach allerdings stark ab.

Die Ergebnisse der Studie sind relevant für die Therapie. Ab dem Grundschulalter können Eltern nicht mehr mit dem Auswachsen der Deformationen rechnen. Ein passives Abwarten, das bis zu diesem Lebensalter noch gerechtfertigt ist, verringert die Chancen, Fehlentwicklungen zu korrigieren. Gemeinsam mit Ärzten und Fußspezialisten lassen sich im Bedarfsfall die jeweils passende Therapie beziehungsweise ein notwendiger chirurgischer Eingriff besprechen.

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